Vitamin E - ein Antioxidans
Die regulierende Wirkung von Vitamin E auf verschiedene Signalwege beruht vermutlich auf seinen antioxidativen Eigenschaften
Hintergrund: Funktion und biochemische Eigenschaften des Vitamin E sind schon lange bekannt. Dennoch ist bislang unklar, ob die Regulation verschiedenster zellulärer Prozesse auf Expressionsebene stattfindet oder durch die antioxidativen Eigenschaften des Vitamins katalysiert wird. Diese Übersichtsarbeit verdeutlicht die Bedeutung des Vitamin E als Antioxidans.
Ergebnisse: Als fettlösliches Antioxidans wirkt Vitamin E v. a. als Peroxyl-Radikal-Fänger. Durch den Schutz langkettiger Fettsäuren der Zellmembrane vor Peroxidation können Membraneigenschaften, wie die Membranfluidität, beeinflusst werden und dadurch die Zellen vor dem Zelltod (Apoptose) geschützt werden. Darüber hinaus trägt Vitamin E aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften zur Bereitstellung von Arachidonsäure bei und beeinflusst dadurch die oxidationsbedingte Immunantwort. Auf Ebene der Arachidonsäure trägt Vitamin E des Weiteren zur Steuerung bestimmter Rezeptoren, wie PPARs (peroxisomen proliferator-activated receptors), bei. PPARs regulieren die Lipidspeicherung und den Glucosemetabolismus durch die oxidativen Metabolite der Arachidonsäure, die als PPAR-Liganden fungieren.
Die antioxidative Wirkung des Vitamin E konnte auch im menschlichen Orgamismus nachgewiesen werden. So verhindert eine kombinierte Vitamin-E- und Vitamin-C-Supplementierung (Vitamin C wird zur Regeneration des Vitamin E benötigt) bei Marathonläufern die sportinduzierte Lipidperoxidation. Des Weiteren konnte bei Rauchern nachgewiesen werden, dass der rauchinduzierte oxidative Stress zu einer um 13% erhöhten Vitamin-E-Verlustrate im Vergleich zu Nicht-Rauchern führt (0,215 ± 0,001 vs. 0,191 ± 0,001; p < 0,05).
Fazit: Vitamin E fungiert als Peroxyl-Radikal-Fänger und trägt durch den Schutz langkettiger, mehrfachungesättigter Fettsäuren der Zellmembran zur Aufrechterhaltung der Membraneigenschaften bei. Die regulierende Wirkung von Vitamin E auf verschiedene Signalwege beruht daher vermutlich v. a. auf seinen antioxidativen Eigenschaften und weniger auf einer Regulationsfunktion auf Expressionsebene.
Quelle: Vitamin E, antioxidant and nothing more
Traber MG, Atkinson J
Torvallis, USA
Free Radic Biol Med, 2007 Juli; 43 (1); 4 – 15.
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